Kleines Handbuch der Modelbranche
Folgende allgemeine Grundbegriffe der Branche sollen Models und Kunden die Zusammenarbeit erleichtern.
Option:
Eine Option ist eine terminverbindliche Reservierung eines Models für eine bestimmte Produktion. Die Verbindlichkeit des Termins steht so lange, bis der Kunde die Option raus nimmt, oder eine Buchung bestätigt wird. Es ist üblich, dass Kunden auf Nachfragen des Models binnen eines Werktages eine Rückmeldung geben, ob eine Option weiterhin aktuell ist. Damit soll vermieden werden, dass einem Model eine andere Produktion entgeht, weil der Kunde die Entscheidung hinauszögert.
Buchung:
Eine Buchung ist eine feste Zusage für einen Auftrag. Die Details einer Buchung (Termin, Produktionsort, Nutzungsrechte, Honorar etc.) werden zwischen dem Model und dem Kunden vereinbart und auf Wunsch beider Seiten schrftlich fixiert. Ob und unter welchen Voraussetzungen eine Buchung storniert werden kann, sollte im Vorfeld besprochen werden.
Wetterbuchung:
Eine Wetterbuchung ist eine Zusage für einen Auftrag, die an eine bestimmte Wettersituation (in der Regel Schönwetter) gebunden ist. In der Regel wird vereinbart, dass eine Wetterbuchung bis 18h des Vortages annulliert werden kann.
Sedcard:
Eine Sedcard ist die Vistenkarte des Models. Die Sedcard ist in der Regel ein DIN A 5 Flyer mit einer Fotoauswahl des Models sowie den wichtigsten buchungsrelevanten Daten (Maße, Haarfarbe, Augenfarbe etc.) und den Kontaktdaten der Models. Jedes Model sollte die Sedcard auch als elektronische Datei (z. Bsp. als pdf-Datei) zum Email-Versand an Kunden bereithalten. Auf korrekte Maßangaben und aktuelle Fotos ist zu achten.
Modelbook:
Das Modelbook ist eine Mappe mit zahlreichen repräsentativen Fotoabzügen des Models. Die Fotos sollen die Einsatzbreite und Wandlungsfähigkeit des Models demonstrieren. Zudem sind der Mappe aktuelle Veröffentlichungen beigefügt, die als Referenznachweis dienen. Jedes Model sollte das Modelbook auch als elektronische Datei (z. Bsp. als pdf-Datei) zum Email-Versand an Kunden bereithalten.
Pola:
Als Polas bezeichnet man Fotos, die das Model ungeschminkt und ungestylt zeigen, damit Kunden das Model in seiner Natürlichkeit bewerten können. Jedes Model sollte mehrere aktuelle Polas zum Email-Vesand an Kunden bereithalten. Hierzu gehören z. Bsp.:
o Portrait frontal mit offenen Haaren
o Portrait seitlich (Profil) mit zurückgenommenen Haaren
o Ganzkörperaufnahme frontal
o Ganzkörperaufnahme seitlich
o Nahaufnahme der Hände (gegebenenfalls auch der Füße)
o Ganzkörperaufnahme in Unterwäsche (bei Wäschemodels)
Professionelle Models aktualisieren ihre Polas regelmäßig alle 2-3 Monate sowie natürlich nach jeder Typveränderung.
Test-Shooting:
Als Test-Shooting bezeichnet man eine freie Produktion des Fotografen. Die dabei entstehenden Fotos werden nicht kommerziell veröffentlicht.
Modelhonorar:
Das Modelhonorar wird stundenweise, ½-tägig (4 Stunden) oder ganztägig (8 Stunden) gezahlt. Jede weitere angefangene Stunde wird mit einem overtime-Stundensatz berechnet. Make-up und Styling gehören in der Regel zur Arbeitszeit und werden entsprechend honoriert. Anreisezeiten gehören in der regel nicht zur Arbeitszeit und werden nicht honoriert. Fahrtkosten, Übernachtung und Spesen werden nach Absprache zwischen Model und Kunde erstattet.
Buy-Out:
Das Modelhonorar beinhaltet in der Regel die Nutzungsrechte an dem Bildmaterial für Broschüren, Prospekte, Flyer u.ä. für einen Zeitraum von einem Jahr innerhalb Deutschlands. Für zusätzliche Nutzungszwecke (insbesondere Citylights, Großflächenformate, POS und Anzeigen in auflagestarken Zeitungen/Zeitschriften) wird nach Absprache zwischen Kunde und Model zusätzlich ein Buy-Out-Honorar gezahlt.
Casting:
Als Casting bezeichnet man die persönliche Vorstellung eines Models bei einem Kunden für einen konkreten Job. Das Model sollte hierbei immer sein Modelbook und einige Sedcards parat halten. Bei Castings werden evtl. Polas angefertigt, oder bestimmte Outfits anprobiert. Bei Castings sind oftmals viele Models zugegen und mit Wartezeiten muss gerechnet werden. Grundsätzlich sollte das Model von Kopf bis Fuß gepflegt, nur dezent geschminkt und sympathisch-figurbetont gekleidet beim Casting erscheinen.
Videocasting:
Ein Videocasting ist eine persönliche Vorstellung des Models bei einem Kunden für eine Filmproduktion.
In der Regel wird hierbei ein kurzes Video des Models aufgenommen, das neben einer Vorstellung auch eine vorgegebene schauspielerische Sequenz enthalten kann.
Go & See:
Ein Go & See ist eine persönliche Vorstellung des Models bei einem Kunden ohne konkretes Jobangebot, aber mit der Intension in Zukunft zusammen zu arbeiten.
Diese Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der Informationen übernommen.